Ursachen der gegenwärtigen Situation

Vermögensverteilung in Österreich

Die Österreichische Nationalbank hat in ihrem Bericht über die Ergebnisse der zweiten Befragung der Household Finance and Consumption Survey zusammengefasst. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen für Österreich zusammengefasst. Das...

Armut ist weit mehr als ein materielles Problem. Die Europäische Union definiert beispielsweise jene Haushalts- und Personengruppen als arm, welche „über so geringe materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügen, dass sie von einer Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsland in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist“.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass in der Beurteilung von Armut neben finanziellen Aspekten auch die Teilhabemöglichkeit am gesellschaftlichen Leben und seinen Errungenschaften zu bewerten ist. Dazu gehört nicht nur das Lebensnotwendige, sondern auch angemessene Gesundheitsversorgung, die Teilnahme am kulturellen Leben und der Zugang zu Bildung. Wer für sich und die im gemeinsamen Haushalt lebenden und finanziell abhängigen Personen nicht eine, dem Lebensstandard der Gesellschaft angemessenen Grundversorgung in den Bereichen Wohnen, Ernährung, Bekleidung, Kultur und Soziales leisten kann, gilt als armutsgefährdet und ist von sozialer Ausgrenzung betroffen.

Armut hat strukturelle Ursachen und ist sowohl in wirtschaftlichen als auch in politischen Entscheidungen begründet. Niemals zuvor war unsere Gesellschaft so reich. Entsprechend neuester Erhebungen von Eurostat ist Österreich das zweitreichste Land der EU gemessen am Pro-Kopf-Einkommen. Parallel vergrößert sich die Zahl von Menschen, die arm oder armutsgefährdet sind. Durch eine verfehlte Verteilungspolitik leben wir in einer Zweilklassengesellschaft. Tendenziell werden in Österreich, beispielsweise durch Steuerbegünstigungen, die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer.