...damit sozialer Schutz nicht in Notstand gerät!

Presseaussendung zur EMIN-Bus-Aktion

17. 04. 2018

Sonderauswertung EU-SILC 2012-2016 für Kärnten

Die EU-SILC-Sonderauswertung für Kärnten wurde gemeinsam vom Land Kärnten und dem Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung in Auftrag gegeben und von der Statistik Austria ers...

15. 05. 2018

WELT AUS DEN FUGEN – SOLIDARGEMEINSCHAFT GEFÄHRDET? WIE DER NEOLIBERALISMUS UNSER LEBEN VERÄNDERT

Eröffnung am Freitag, den 18. Mai 2018 ÖGB/AK Bildungsforum, Saal 6 Bahnhofstraße 44, Klagenfurt am Wörthersee Beginn: 11.00 Uhr

Soziale Transferleistungen schaffen Perspektiven für alle Altersklassen. Sie schützen vor Existenzängsten, Hoffnungslosigkeit, Verelendung und ermöglichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Armuts- und ausgrenzungsgefährdete Menschen zu unterstützen bedeutet Schutz für ALLE! Beabsichtigte Kürzungen von Transferleistungen, wie sie in verschiedensten Varianten von der Bundesregierung angekündigt werden, erhöhen Armut und soziale Ausgrenzung.

  •  LH.Stv.in Dr.in Beate Prettner, Christine Sallinger (Plattform Sichtbar werden) und Mag. Heinz Pichler (Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung) beim Pressegespräch im Grünen Saal  ©Stefan Hafner
    LH.Stv.in Dr.in Beate Prettner, Christine Sallinger (Plattform Sichtbar werden) und Mag. Heinz Pichler (Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung) beim Pressegespräch im Grünen Saal ©Stefan Hafner
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„Die Armutsgefährdung der Kärntner Bevölkerung ist seit dem Jahr 2011 rückläufig und es wäre wünschenswert, wenn sich dieser Trend fortsetzen würde“, so der Ob-mann des Kärntner Armutsnetzwerk Mag. Heinz PICHLER, mit Verweis auf den aktuellen Tätigkeitsbericht 2017. Gleichzeitig warnt er davor, dass ein Wegfall oder die Kürzung von Sozialleistungen gravierende Einschnitte für armutsbetroffene Menschen verursachen würde. So würde beispielsweise ein gänzlicher Wegfall zu einer Steigerung der Armutsgefährdung – sie beträgt derzeit 12 Prozent – auf rund 26 Prozent führen. Noch drastischer wird es, wenn Transferleistungen bei Pensionen wegfallen würden, dadurch wären 45% der Kärntner Bevölkerung armutsgefährdet. Soziale Transferleistungen stellen somit eine Grundlage für ein soziales und sicheres Land dar.

Die aktuelle Ausgabe der EU-SILC 2017-Studie verdeutlicht, dass rund 12 Prozent der Bevölkerung in Kärnten armutsgefährdet sind. Armutsgefährdung bedeutet, dass eine Einkommensarmut vorliegt und einem Einpersonenhaushalt monatlich weniger als 1.238 Euro zu Verfügung stehen.

Ein differenzierterer Blick wird durch die Betrachtung der armuts- und ausgrenzungsgefährdeten Personen erlangt, wodurch sich auch statistische Unterschied ergeben. Für Kärnten zeigt die aktuelle EU-SILC eine Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung von 16,0% der Kärntner Bevölkerung. Das bedeutet 84.000 Menschen in Kärnten sind lt. der Indikatoren der EU 2020-Strategie gefährdet, am Mindestlebensstandart nicht teilhaben zu können.

„Wer sieht unsere Sorgen und Ängste?“ fragen Menschen mit wenig Einkommen angesichts unleistbarer Wohnverhältnisse, prekärer Arbeit, Kürzungen bei Kindern, Altersarmut und den öffentlichen Diffamierungen. Um auf diese Problemlagen aufmerksam zu machen, wurde eine Verteilaktion vom Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung im Landhaushof in Klagenfurt am Wörthersee veranstaltet. Grundlage für diese Aktion ist die EMIN-Bus-Tour durch ganz Europa mit dem Motto „Nobody deserves less everybody benefits!“

Die zentralen Forderungen des Kärntner Netzwerkes gegen Armut und soziale Ausgrenzung: Verbesserte Erwerbschancen für armutsbetroffen Menschen, keine Einschränkungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik, die Anhebung der Mindesteinkommen in Kollektivverträgen, keine Streichung der Notstandshilfe sowie die Beibehaltung und Ausweitung der AMS-Fördermittel für den Zweiten Arbeitsmarkt.