Sieglinde Trannacher Würdigungspreisträger 2019

21. 12. 2018

Ausschreibung für den Sieglinde-Trannacher-Würdigungspreis 2019

Im Gedenken an Sieglinde Trannacher wird 2019 zum dritten Mal der Sieglinde-Trannacher-Würdigungspreis ausgeschrieben. Mit dem Preisgeld soll ein Klagenfurter Projekt gewürdigt werden, dass sich zum Ziel gesetzt hat, Armutslagen z...

25. 03. 2019

9. Soziale Dialog Konferenz

9. Kärntner Soziale Dialog Konferenz Donnerstag, 11. April 2019 09:00 – 13:30 Uhr Studentenheim Concordia der Caritas Kärnten Raum: „Elisabeth“ Hubertusstraße 5 9020 Klagenfurt am Wörthersee Wer den Gürtel nicht mehr enger schnallen kann, befi...

Wir gratulieren dem Gewinner - Verkaufsladen des sozialpsychiatrischen Tageszentrums Klagenfurt - Herzlich!

  • Der Verkaufsladen
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Der Verkaufsladen © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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  • Präsidentin der Volkshilfe Österreich verleht den Sieglinde Trannacher Preis 2019 an die PreisträgerInnen
© Wolfgang Burgstaller
    Präsidentin der Volkshilfe Österreich verleht den Sieglinde Trannacher Preis 2019 an die PreisträgerInnen © Wolfgang Burgstaller
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  • Verkaufsladen
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Verkaufsladen © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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  • Rechts: Heinz Stefan Pichler, Manfred Siebenhofer, Ewald Wiedenbauer,  Peter Gstettner, Stefan Mauthner, Jürgen Pfeiler, Barbara Gross und Verkäuferinnen des Verkaufladens
© Wolfgang Burgstaller
    Rechts: Heinz Stefan Pichler, Manfred Siebenhofer, Ewald Wiedenbauer, Peter Gstettner, Stefan Mauthner, Jürgen Pfeiler, Barbara Gross und Verkäuferinnen des Verkaufladens © Wolfgang Burgstaller
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  • Der Soziale Lindwurm und die Preisträger-Skulptur
© Wolfgang Burgstaller
    Der Soziale Lindwurm und die Preisträger-Skulptur © Wolfgang Burgstaller
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  • Die PreisträgerInnen und Koordinator Alexander Brenner
© Heinz Pichler
    Die PreisträgerInnen und Koordinator Alexander Brenner © Heinz Pichler
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  • O. Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner
© Wolfgang Burgstaller
    O. Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner © Wolfgang Burgstaller
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  • Produkte des Verkaufsladens
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Produkte des Verkaufsladens © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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  • Jazz Trio
Rechts: Zvonimir Radisic, Ziga Smrdel, Janez Krevel

© Wolfgang Burgstaller
    Jazz Trio Rechts: Zvonimir Radisic, Ziga Smrdel, Janez Krevel © Wolfgang Burgstaller
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  • Produkte des Verkaufsladens
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Produkte des Verkaufsladens © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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  • Produkte des Verkaufsladens
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Produkte des Verkaufsladens © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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  • Produkte des Verkaufsladens
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Produkte des Verkaufsladens © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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  • Produkte des Verkaufsladens
© Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
    Produkte des Verkaufsladens © Sozialpsychiatrisches Tageszentrum Klagenfurt
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Projektbeschreibung

Pro mente kärnten GmbH stellt Menschen alltags- und lebensweltorientierte Hilfen und Arbeitsplätze zur Verfügung, um psychische und soziale Gesundheit zu fördern, zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Zielgruppe umfasst Menschen mit vorrangig psychischen, mentalen und sozialen Problemen, die einer spezifischen Beratung, Begleitung, Betreuung und Behandlung bedürfen. Ebenso wird der Bedarf an Beschäftigung und Arbeit angeboten. Die KlientInnen sollen ein Höchstmaß an Autonomie, Lebensqualität und gesellschaftlicher Integration erreichen. Im Rahmen der Beschäftigungstherapie, im Sozialpsychiatrischen Tageszentrum, werden in den verschiedenen Betreuungsbereichen handwerkliche Produkte hergestellt. Es entstehen Unikate, die von den KlientInnen des Tageszentrums liebevoll und zeitaufwendig angefertigt werden. Um diese Produkte auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde gemeinsam, die Idee eines Verkaufsladens geboren. Die Klientinnen waren von Anfang an bei der Umsetzung des Projektes involviert.

Frauen, die nach einem sinnstiftendem Beschäftigungsangebot suchten und als Botschafterinnen für die Einrichtung engagieren wollten, beteiligten sich am Projekt .  Die gefertigten Produkte werden von den Klientinnen selbst verkauft (stundenweise Arbeit) und sie werden im Sinne eines  „Therapiegeldes“ entlohnt. (ist kein Einkommen im herkömmlichen Sinn und darf zur Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits,- oder  Erwerbunfähigkeitspension, bis zur Geringfügigkeitsgrenze ohne Bedenken bezogen werden).

Das Projekt soll Frauen unterstützen, die aufgrund früherer und schwerer psychischer Erkrankung den Anschluss an einer beruflichen Ausbildung und Laufbahn nicht finden konnten und eine psychologische Betreuung im Tageszentrum Klagenfurt in Anspruch nehmen.

Durch das Projekt „Verkaufsladen“ soll eine sinnvolle Beschäftigung für psychisch kranken Menschen geboten werden  und eine Möglichkeit bieten, dass sich diese Personen leistungsfähig und gebraucht erleben dürfen.  

„…die Erwerbsarbeit ist nicht nur das Mittel, durch das die große Mehrheit der Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen, Arbeit bietet zudem eine Zeitstruktur, erweiterte soziale Kontakte, verfolgt kollektive Ziele, weist einen sozialen Status und Identität zu und verlangt eine regelmäßige Aktivität, wie es Marie Jahoda in einer Studie.

 

Projektziel

Ein Ziel ist, die Mitmenschen auf den Verkaufsladen in der Bahnhofstraße aufmerksam zu machen. Außenstehende sollen die Möglichkeit bekommen, mit pro mente vertraut zu werden und sich über mögliche Angebote zu informieren.

Interessierte sollen darüber informiert werden, wo und wie gearbeitet wird, wer die Arbeiten durchführt und welche Produkte hergestellt werden. Hier soll eine Entstigmatisierung von  psychisch erkrankten Menschen  stattfinden.

Die Klientinnen sollen mit  der Beteiligung an dem  Projekte  eine Verbesserung ihrer Arbeitsfertigkeiten erleben und dadurch in ihrem eigenen Selbstbild gestärkt werden. Durch den erschwerten Zugang bzw. den Ausschluss aus dem Arbeitsmarkt, werden sie weitgehend vom gesellschaftlichen Leben exkludiert. Durch die Beschäftigung soll eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben  stattfinden.  Durch den geschützten Rahmen der Therapiearbeit (vlg. Weber, 1998) werden –

elementare Fähigkeiten (Pünktlichkeit, Belastbarkeit, Konzentration, Planung)
 soziale Fähigkeiten (Anpassung, Durchsetzungsvermögen, Teamarbeit)
emotionale Fähigkeiten (Motivation, Eigeninitiative, Misserfolgstoleranz) und
das Selbstbild (Erscheinungsbild, Verantwortung) geübt und gestärkt.

Der  Wandel der Arbeitswelt und die damit verbundenen,  verschärften Anforderungen an den Menschen,implizieren heute besonders für psychisch erkrankte Menschen eine geringe Chance eine Arbeit zu bekommen bzw. diese zu erhalten.

Zusätzlich trägt die Stigmatisierung psychisch beeinträchtigter Menschen ihr Übriges bei und   sie werden  von einer gesellschaftlichen Teilhabe exkludiert.

Vgl. Jahoda, 1983)

 

Zielgruppe

Der Verkaufsladen befindet sich in der Bahnhofstraße, zentral und durch die liebevolle Dekoration sticht er der Bevölkerung ins Auge. Die Bevölkerung wird dadurch aufmerksam gemacht, und vor allem Stammkunden schätzen die Produkte und kommen regelmäßig in den Laden. Die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen (z.B. Bürgerservice) wird die Produktpallete ebenso nach außen gezeigt. Mundpropaganda zählt in erster Linie zur Weitervermittlung unter den KundenInnen. Durch Vernetzungsarbeit (Krankenhaus, Tag der offenen Tür im Tageszentrum...) und KooperationspartnerInnen wird auf den Verkaufsladen aufmerksam gemacht.

Wünschenswert für den Verkaufsladen/Einrichtung wäre intensive  Öffentlichkeitsarbeit, im Sinne von z.B. Infoscreen in STW Bussen, Zeitungsartikeln, sozialen Medien, Flugblätter.

Im Zuge der Vorbereitung für den Sieglinde Trannacher Würdigungspreises 2019 kam die Idee eine „Workshops“: es könnte zu  Angeboten, speziell für die Bevölkerung geben, wo man z.B. das Handwerk „Kerzen gießen“  oder auch das Modellieren mit Ton üben kann. Durch solche Veranstaltungen können die Bürger und Bürgerinnen, mit Hilfe von den Verkäuferinnen und den Betreuerinnen von pro mente kärnten GmbH der Stigmatisierung ein Stückchen entgegen wirken. Durch solche Aktionen profitiert der Verein und dessen Bekanntheitsgrad, die Bahnhofstraße und als Sekundärziel auch alle Beteiligten. Es werden Barrieren geöffnet und Vorurteile können verhindert bzw. vermindert werden.

 

Wirkungsbereich

Integration von psychisch kranken Menschen, sozial benachteiligten Personen in der Gesellschaft!

Mit dem Verkaufsladen trägt pro mente kärnten GmbH zur Reintegration von betroffenen Menschen bei. Jeder Einkauf und Besuch unterstützt das Projekt Verkaufsladen und sichert damit den KlientInnen die stundenweise Therapiearbeit.

Der Erlös der Verkäufe kommt den Klientinnen zu Gute (siehe vorab Therapiegeld), aber auch, um neue Produkte zu fertigen, bzw. Materialankäufe zu tätigen.

Auch wenn der Kundenstrom in dieser Straße geringer wird, da Geschäfte schließen, bleibt der Verkaufsladen durch seine Stammkunden beständig, die gerade wegen den vielfältigen und außergewöhnlichen und handgemachten Produkten, z.B.  Katzenhäuser, Dekokugeln usw. gezielt die Bahnhofstraße zum Einkaufen wählen.

 

Literatur: Jahoda M.: „Wie viel Arbeit braucht der Mensch“, Beltz-Verlag (Weinheim), 1983

Tagungsbericht „Extraknäck – Selbsthilfe und Zuverdienstfirme“, Hrsg. ATZ –Graz, 1994

Weber, G.: „Arbeitsintegration und Psychiatrie“, in pro mente Oberösterreich  - Information 2/98