Aktionsplan gegen Armut 2013-2018

Handbuch Armut in Österreich

Nikolaus Dimmel/Martin Schenk/Christine Stelzer-Orthofer erschienen im StudienVerlag

Aktivitätenbericht 2012-2013

Das Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung befasst sich seit Jahren mit gesellschaftlichen Problemstellungen rund um die Armutsthematik. Das Netzwerk ist eine gesellschaftspolitische Plattform und wurde im Jahr 1996 ...

Armut hat viele Gesichter wird in Medienberichten, Themenbroschüren oder bei Wohltätigkeitsveranstaltungen häufig als scheinbar triviales Bonmot eingesetzt, um die gegenwärtigen Erscheinungsformen einer neuen Armut, Ungleichheit und sozialen Ausgrenzung zu thematisieren. Diese phrasenhafte Beschreibung eines höchstproblematischen Gesellschaftszustandes gewinnt erst durch den Versuch einer Definition von Armut an Bedeutung. Zum einen umfasst diese journalistische Banalität nämlich die global völlig unterschiedlichen Erscheinungsformen von Armut, während zum anderen auch die multi-dimensionalen Auswirkungen auf die Leben von Betroffenen miteinbezogen werden. Besonders auffällig wird aber die allgemeine Individualisierungstendenz des Armutsproblems durch den semiotischen Hinweis auf die vielfältigen und unterschiedlichen Gesichter der Armut. Bei näherer Beschäftigung mit dem sozialen Phänomen Armut erscheint die anfangs als leere Phrase anmutende Aussage aber durchaus treffend und pointiert, da durch sie die Erscheinungs- und Bedeutungsvielfalt von Armut einfühlsam zum Ausdruck gebracht werden kann.

Der vorliegende Aktionsplan wurde in Kooperation mit den NetzwerkpartnerInnen im Rahmen eines "Vernetzungstreffens" im Juni 2013 erarbeitet. Die vorliegenden Vorschläge und Forderungen sind als Orientierungshilfe für Maßnahmen in der Legislaturperiode 2013 bis 2018 gedacht. Die VertreterInnen des Armutsnetzwerkes werden sich aktiv und mitwirkend an der Umsetzung dieses Aktionsplans beteiligen und erwarten sich von den zuständigen Einrichtungen der Kärntner Landespolitik dahingehende Unterstützung und eine konstruktive Zusammenarbeit.

Armut und soziale Ausgrenzung haben nicht nur unterschiedlichste Erscheinungsformen, sondern sind zudem seit jeher in unserem Alltag präsent. Von der Jungsteinzeit über die Antike und das Mittelalter bis hin zur Postmoderne ziehen sie sich als soziale und kulturelle Phänomene durch die Geschichte. Heute finden wir sie allerdings nicht mehr ausschließlich am Rande der Gesellschaft, sondern immer häufiger auch in der so genannten sozialen Mitte, was zu einer Popularisierung der öffentlichen Armutsdebatte in den letzten Jahren führte. Man diskutiert medial und wissenschaftlich ausführlich über verschiedene Dimensionen des Phänomens wie Kinderarmut, Erwerbsarmut, Migrationsarmut oder Altersarmut.

Das Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung, gegründet im Jahr 1996, ist ein Verein, der seine Aufgabe darin sieht, auf gesellschaftliche Missstände in Kärnten aufmerksam zu machen und ihnen auf unterschiedlichen Ebenen entgegen zu wirken.Das Netzwerk ist eine gesellschaftspolitische Plattform mit rund vierzig Mitgliederorganisationen. Regelmäßig werden vom Kärntner Armutsnetzwerk öffentliche Aktionen und Treffen organisiert, um die einzelnen Mitgliederorganisationen untereinander besser zu vernetzen und die Hilfestellungen untereinander zu fördern. Zudem soll die Öffentlichkeit auf das bestehende Problem von Armut und sozialer Ausgrenzung in Kärnten aufmerksam gemacht werden.

In Zukunft muss verstärkt an Maßnahmen und Aktionen zur Verbesserung der derzeitigen Lage in Kärnten gearbeitet werden, um die notwendigen Schritte für ein Kärnten ohne Armut zu setzen.

Der nun vorliegende Aktionsplan wurde in Kooperation mit den NetzwerkpartnerInnen im Rahmen eines "Vernetzungstreffens" im Juni 2013 erarbeitet. Die vorliegenden Vorschläge und Forderungen sind als Orientierungshilfe für Maßnahmen in der Legislaturperiode 2013 bis 2018 gedacht. Die VertreterInnen des Armutsnetzwerkes werden sich aktiv und mitwirkend an der Umsetzung dieses Aktionsplans beteiligen und erwarten sich von den zuständigen Einrichtungen der Kärntner Landespolitik dahingehende Unterstützung und eine konstruktive Zusammenarbeit.