Armutsbericht Kärnten 2012

Institut für Höhere Studien im Auftrag der Interessensgemeinschaft Die Grünen

Klagenfurter Aktionsplan

Die Stadt Klagenfurt unterstützt zahlreiche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und engagiert sich für eine lebenswerte Stadt für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Dennoch kommt es im Laufe viel...

Österreichweit sind nach Statistik Austria, EU-SILC 2010, 12,1 % der Bevölkerung armutsgefährdet, in Kärnten trifft dies auf rund 17 % zu. Frauen sind dabei überdurchschnittlich häufig betroffen und dies unabhängig davon, ob ein Erwerbseinkommen erzielt oder ein Pensionseinkommen bezogen wird. Das Armutsrisiko liegt insbesondere für alleinlebende Frauen mit einer Pension als Haupteinkommensquelle überdurchschnittlich hoch. Des Weitern sind Ein-Eltern Haushalte überdurchschnittlich häufig von Armutsgefährdung betroffen – die Armutsgefährdungsquote liegt hier bei 28 %.

Österreichweit sind 355.000 Personen (4 %) von „erheblicher materieller Deprivation“ betroffen, in Kärnten trifft dies auf 2 % der Bevölkerung (13.000) zu. Österreichweit sind 17 % der Bevölkerung oder 1,4 Millionen Menschen ausgrenzungsgefährdet in Kärnten sind dies 20 % bzw. 106.000 Menschen.
Faktoren wie eine geringe Erwerbsbeteiligung, ein hoher Grad an Teilzeitbeschäftigung und auch Arbeitslosigkeit tragen dazu bei das Armutsrisiko zu erhöhen. In Kärnten liegt die Erwerbsbeteiligung unter dem Bundesdurchschnitt: Während die Erwerbsbeteiligung von Männern im Jahr 2010 mit 75,3 % nur geringfügig unter dem Bundesschnitt mit 75,6 % rangierte, lag diese bei Frauen mit 68,6 % deutlich darunter. Insbesondere für Frauen nimmt die Bedeutung von Teilzeitarbeit und atypischen Beschäftigungsverhältnissen zu: knapp zwei Drittel aller geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Damit führt der hohe Anteil von Frauen in Teilzeitbeschäftigung und atypischen Beschäftigungsverhältnissen zu einem geringeren Einkommen und einem vergleichsweise höheren Armutsrisiko. Während Personen mit einer ganzjährigen Vollzeitbeschäftigung mit einer Armutsgefährdungsquote von 4 % deutlich unter der insgesamten Armutsgefährdungsquote liegen, lässt eine Teilzeitbeschäftigung das Armutsrisiko bereits deutlich ansteigen (7 %). Nach wie vor gilt: Teilzeitarbeit ist überwiegend Frauenarbeit. Daten der Statistik Austria, EU-SILC 2010, zeigen, dass Erwerbsarbeit ein wesentlicher Faktor ist, um das Armutsrisiko gering zu halten.